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Forschung und Wissenschaft

Hier erfährst du spannendes aus Forschung und Wissenschaft.

Lebensraumverlust und eine intensive Landwirtschaft sind die größten Treiber für das Insektensterben weltweit

Dass Jahr für Jahr immer mehr Insektenarten verschwinden, ist kein Geheimnis. Die größten Treiber für diese Entwicklung wurden nun im Rahmen einer umfassenden Prüfung untersucht, die im Journal Biological Conservation im April 2019 veröffentlicht wird. Hierfür wurden alle Langzeitstudien der letzten 40 Jahren zum Rückgang von Insekten berücksichtigt. Die Studie nennt folgende Treiber (in der Reihenfolge ihrer Bedeutung) als Hauptverursacher des weltweiten Insektenrückgangs:

  • Lebensraumverlust, Umstellung auf eine intensive Landwirtschaft und Urbanisierung
  • Umweltverschmutzung, hauptsächlich durch synthetische Pestizide und Düngemittel
  • Biologische Faktoren, einschließlich Pathogene und eingeführte Spezies
  • Klimawandel

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ohne eine Umstellung in der Landwirtschaft, 40% der heute existierenden Insektenspezies in den nächsten Dekaden aussterben werden. Die effizientesten Lösungswege sind laut der Studie: die Wiederherstellung von Lebensräumen gekoppelt mit einer drastischen Reduktion des agro-chemischen Inputs und Umgestaltung der Landwirtschaft.

Die Ergebnisse der Studie bekräftigen die Bemühungen von Bürger*innen, mehr Lebensraum für Insekten zu schaffen und sich für einen Wandel in der Landwirtschaft einzusetzen.

Posted on 15. Februar 2019

Bestäuber-Hotspots können urbane Gebiete bestäuberfreundlicher machen

Diese Woche hat das Journal Nature Ecology & Evolution eine große Studie über die Häufigkeit und Verteilung von Bestäubern in urbanen Gebieten veröffentlicht. Die Studie hat über zwei Jahre (2012-2013) Blütenquellen in vier britischen Städten untersucht und dabei die wesentlichen Arten von Flächennutzung in diesen urbanen Gebieten berücksichtigt.

Das Ergebnis: Im Vergleich zu allen anderen untersuchten Arten der Flächennutzung (Friedhöfe, Parks, Naturschutzgebiete, etc.) wurde in (Schreber-)Gärten eine 4- bis-52-mal höhere Dichte an Bestäubern gefunden. Unabhängig von der Art der Flächennutzung wurde insgesamt festgestellt, dass die Blumenvielfalt einen signifikant positiven Effekt auf die Menge und Vielfalt der Bestäuber hat. Darüber hinaus konnten die von Bestäubern an meisten besuchten Pflanzenspezies identifiziert werden: B. perennis (Gänseblümchen), Taraxacum agg (Löwenzahn) und Trifolium repens (Weißklee). Diese Pflanzen haben den Vorteil, dass die Blütenfülle einfach durch verringertes Mähen erhöht werden kann.

Die Studie zeigt uns, dass wir durch einfache Mittel urbane Gebiete für Bestäuber attraktiver und lebenswerter machen können.

 

Posted on 16. Januar 2019

Neuer landwirtfreundlicher Ansatz zum Schutz von Bestäubern

Im Mai dieses Jahres haben wir über das europaweite Verbot der Insektizide der Wirkstoffgruppe „Neonics“ berichtet. Aktuell diskutiert die UN-Biodiversitätskonferenz neue Richtlinien zu Bestäubern. Diese sehen die Reduktion und anschließendes Ausphasen von existierenden Pestiziden vor. Diese Richtlinien, auch wenn sie eine umwelt- und bestäuberschonendere Strategie darstellen, könnten für Landwirte Produktionsverluste und damit einhergehend ein geringeres Einkommen bedeuten.
Die Wissenschaftlerin Stefanie Christmann von der ICARDA (International Center for Agricultural Research in Dry Areas) arbeitet seit fünf Jahren an einem neuen Ansatz, wodurch dem Rückgang der Bienenvölker entgegengewirkt werden soll. Gleichzeitig bringt der Ansatz mehrere Vorteile für die Landwirte. Sie nennt ihn „Landbau mit alternativen Bestäubern“. Dieser funktioniert folgendermaßen: Jeder vierte Anbaustreifen wird dem Anbau von blühenden Pflanzen, wie zum Bespiel Ölsaaten und Gewürze, gewidmet. Zusätzlich werden den Erd- und Sandbienen Nesthilfen zur Verfügung gestellt. Hierfür können altes Holz und lockerer Boden verwendet werden. Sonnenblumen können außerdem als Windschutz gepflanzt werden.
Feldversuche wurden bereits in Usbekistan und Marokko durchgeführt. Im Vergleich zu Kontrollfeldern von reinen Monokulturen wurden die Felder effizienter bestäubt, die Anzahl der Schädlinge wurde verringert und die Erträge haben quantitativ sowie qualitativ zugenommen. Das Einkommen der Landwirte konnte somit erhöht werden, insbesondere in semi-ariden Regionen.
In der Vergangenheit gab es zu alternativen Ansätzen wie diesem zweierlei Meinung: Auf der einen Seite bedeutet dies für agrochemische Unternehmen ein Umsatzrückgang, für Landwirte stellen sie großes Potenzial, Schädlinge auf natürliche Weise zu reduzieren und damit Erträge zu steigern.
Christmann wird in einer anderen Studie, gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, einen Fünfjahresplan testen, in dem sie mit diesem Ansatz von kleinen Pilotprojekten zu Großerzeugern durch die Einführung von blühenden Anbaustreifen wie Raps und andere marktfähige Pflanzen übergeht.

Posted on 05. Dezember 2018

Insekt des Jahres 2019

Die Rostrote Mauerbiene wurde von einem Kuratorium aus Insektenkundlern und Vertretern wissenschaftlicher Einrichtungen zum „Insekt des Jahres 2019“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz ernannt. Prof. Dr. Thomas Schmitt, Vorsitzender des Kuratoriums erklärt: „Wir möchten mit dieser Auswahl auch auf das Artensterben der Wildbienen aufmerksam machen – auch wenn unser Jahresinsekt bisher nicht als gefährdet gilt.“ Seit 1999 wird jährlich ein Insekt gekürt, welches als besonders schützenswert angesehen wird. Die Rostrote Mauerbiene, mit wissenschaftlichem Namen Osmia bicornis, ist bereits die zweite Wildbienenart, die nun ausgewählt wurde. „Bicornis“, lateinisch für „zweihörnig“, beschreibt die charakteristischen Hörner am Kopf der Weibchen. Diese helfen der Biene bei der Ernte der Blütenpollen. Die Rostrote Mauerbiene wird zwischen 8 und 14 Millimeter groß und ist in weiten Teilen Europas sowie Nordafrika verbreitet. Sie gilt als Bote des Frühlings, da sie aktiv wird, sobald andauernder Frost vorüber ist. Häufig ist sie außerdem in der Nähe des Menschen zu finden, da sie dort viele Nistmöglichkeiten findet. Auch freut sie sich über Nistplatzangebote wie Insektenhotels, die man ganz einfach selber bauen kann. Verschiedene Anleitungen dazu gibt es hier. Aber keine Angst, das Zusammenwohnen ist ganz harmonisch, da die Rostrote Mauerbiene nicht zum Stechen aufgelegt ist.

Posted on 05. Dezember 2018

Neues Insektenschutz Aktionsprogramm des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Ziel des neuen Aktionsprogramms ist es, die Lebensbedingungen für Insekten in Zukunft zu verbessern. Dafür wurden Maßnahmen von Ländern, Kommunen und Teilnehmern aus Naturschutz, Wirtschaft und Forschung erarbeitet, die nun mit der Öffentlichkeit diskutiert werden. Hier könnt ihr eure Ideen, Vorschläge und Lösungsansätze einbringen! Noch bis zum 07. November 2018 um 17 Uhr gibt es die Möglichkeit, online Teil des Dialoges zu werden. Die Themen reichen vom Schutz von Lebensräumen über den Einsatz von Pestiziden bis hin zu gesellschaftlich relevanten Themen wie der Förderung von Forschung und Bildung. Bei Interesse könnt ihr euch hier anmelden und Umweltpolitik aktiv mitgestalten. In der ersten Hälfte des Jahres 2019 wird das Programm dann endgültig beschlossen.

Posted on 29. Oktober 2018

Verbot von Neonikotinoiden - ein kleiner Schritt in die richtige Richtung

Im Juli vergangenen Jahres haben wir bereits einen kurzen Beitrag zu den dramatischen Auswirkungen von Neonikotinoiden auf Bienen und Bestäuber verfasst. Nun können wir uns freuen, dass zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung gemacht wurde. Die EU-Kommission hat am 27. April 2018 den Einsatz von drei Insektiziden der Wirkstoffgruppe der „Neonics“ im Freiland europaweit verboten. Dieses Verbot gilt für Thiamethoxam, Clothianidin und Imidacloprid, da diese einen besonders niedrigen LD50 Wert und eine hohe Persistenz vorweisen. Allerdings gibt es weitere Pestizide der Gruppe der „Neonics“, die weiterhin zugelassen sind. Sie werden als weniger gefährlich eingestuft, weil sie eine geringere Toxizität haben und sich schneller abbauen. Die Argumentation, dass sie weniger tödlich wirken und daher unbedenklicher sind, ist allerdings nicht hinreichend. Sie können nämlich wie auch die anderen Stoffe ihrer Gruppe Gesundheitsschäden bewirken, die ebenso dramatische Auswirkungen haben wie der sofortige Tod einer Biene. So können sie zum einen zur Orientierungslosigkeit und zum Verlust des Kommunikationsvermögens damit in Kontakt gekommener Bienen führen. Zum anderen tragen Bienen, die verseuchten Pollen gesammelt haben, diesen als Futter zurück in ihren Stock. Dies kann sowohl bei den Drohnen als auch bei der Königin zu Unfruchtbarkeit führen. Risiken für die Bienen scheinen also von allen Neonikotinoiden auszugehen, während die Folgen für die weitere Umwelt (z.B. bei einer Anreicherung des Grundwassers) noch nicht abschließend geklärt werden konnten. Dies lässt uns weiterhin die Forderung vieler Umweltorganisationen unterstützen, dass alle „Neonics“ und ähnlich wirkende Mittel schnellstmöglich vom Markt verschwinden und Platz für umwelt- und bestäuberschonende Alternativen machen müssen.

Posted on 03. Mai 2018 

Lithiumsalze als neuer Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Varroa

Die Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim hat am vergangenen Freitag ein Forschungspapier veröffentlicht, nach dem es optimistisch stimmende Resultate gibt, Varroamilben mit Lithiumchlorid zu bekämpfen.
Ursprünglich war in dem Labortest angedacht, die Ribonukleinsäure (RNA) der Milben derart zu verändern, dass sie hieran sterben. Um diesen Plan umzusetzen, wurden mit Milben besetzte Arbeiterbienen mit veränderter Milben-Ribonukleinsäure gefüttert. Lithiumchlorid wurde als Trägerstoff in der Futterlösung für die Bienen eingesetzt. Die Milben sollten diese RNA über das Saugen der Bienen-Hämolymphe aufnehmen. Die Umsetzung des Forschungsvorhabens verlief sehr erfolgreich – nach drei Tagen waren alle Milben getötet.
Allerdings stellte die Forschungsgruppe die gleichen Ergebnisse bei der Kontrollgruppe fest, die mit veränderter RNA von Quallen behandelt wurde, was aufgrund der starken genetischen Abweichung zu Bienen und Milbe keinerlei Effekt hätte haben sollen. Hierdurch ist erst der Trägerstoff Lithiumchlorid in den Fokus der Forscher gerückt und weitere Tests nur mit diesen Salzen allein zeigten die gleiche Milben-Mortalität.
Lithiumchlorid hat in den bisherigen Tests keinen negativen Effekt auf die im Labor behandelten Bienen sowie einige getestete Kunstschwärme gezeigt. Gleichzeitig ist es hochwirksam gegen Milben sowie einfach zu verabreichen und kostengünstig. Zudem lagert es sich aufgrund seiner Wasserlöslichkeit nicht im Bienenwachs ab, wirkt kaum toxisch auf Säugetiere und ist auch im medizinischen Einsatz bei Menschen (z.B. bei bipolarer Störung) gut erforscht. Diese ersten Ergebnisse stimmen Forscher und Imker weltweit zuversichtlich, dass sich im Kampf gegen die Varroa-Milbe ein neues und vor allem wirkungsvolles Verfahren abzeichnen könnte. Weitere Feldversuche stehen nun bevor, um die Praxistauglichkeit zu testen und eine künftige Zulassung in den Imkereien zu ermöglichen.

Posted on 16. Januar 2018

Wildbiene des Jahres 2018

Der Arbeitskreis Wildbienen-Kataster hat gemeinsam mit dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart, der Landesanstalt für Bienenkunde sowie den Imkerverbänden Badens und Württembergs die Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae) zur Wildbiene des Jahres 2018 gekürt.

Ihren geografischen Verbreitungsschwerpunkt hat sie im mediterranen Raum. In Deutschland ist sie traditionell eher im Süden zu beobachten, aber seit gut 20 Jahren ist die Gelbbindige Furchenbiene bis in die nördlichen Mittelgebirge vorgedrungen. Sie bevorzugt struktur- und artenreiche Räume, die in den letzten Jahren eher selten geworden sind. Obwohl die Gelbbindige Furchenbiene aktuell nicht akut gefährdet ist, sollten Maßnahmen ergriffen werden, ihre Lebensräume zu sichern. Als Nahrungsspender bevorzugt sie Karden- und Windengewächse sowie Korbblütler wie beispielsweise Flockenblumen.

Eine Besonderheit der Familien der Furchenbienen ist, dass sie ähnlich wie die Honigbiene, aber entgegen der Mehrheit der Wildbienen, in Verbänden lebt. Hierdurch wird eine Arbeitsteilung möglich und es gibt eine Königin, welche für die Fortpflanzung zuständig ist. Die Bienengemeinschaft lebt in Erdnestern, die sie gerne an trockenwarmen Standorten wie z.B. hellen Waldsäumen anlegt.

Der Arbeitskreis Wildbienen-Kataster erfasst systematisch alle Informationen zu den in Baden-Württemberg und darüber hinaus in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten. Zur Zeit sind hier 585 Arten registiert.

Posted on 08. Januar 2018

Insekt des Jahres 2018 gekürt

Die Presse vermeldete gestern, dass die Gemeine Skorpionsfliege (Panorpa communis) zum „Insekt des Jahres 2018“ gekürt wurde. Seit 1999 werden jährlich Insekten mit diesem Titel geehrt und ihnen so die Möglichkeit gegeben, einer breiteren Bevölkerung bekannt zu werden. In der Berliner Bundesgeschäftsstelle des NABU fand die Ehrung statt, die auf Betreiben des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts Müncheberg (SDEI) ursprünglich initiiert wurde. Noch heute leitet das Institut das Kuratorium, das aus einer Reihe von Vorschlägen das zu ehrende Insekt auswählt. Für die Auszeichnung übernahm der saarländische Minister für Umwelt und Verbraucherschutz die Schirmherrschaft. Gerade im Zusammenhang mit den aktuell erschienenen Studien zum Rückgang der Biomasse von Insekten in Deutschland kommt dieser Kampagne eine noch größere Bedeutung zu.
Auch wir von Flowers4Bees hatten im August unweit unserer Imkerei eine männliche Skorpionsfliege gesichtet und mit diesem Foto dokumentiert.

Posted on 07. Dezember 2017

Dramatischer Insektenrückgang

Ist die intensive Landwirtschaft verantwortlich für das Insektensterben?

Eine Langzeitstudie hat bestätigt, dass die Masse der Insekten dramatisch zurückgegangen ist. Wissenschaftler haben in den vergangenen 27 Jahren an 63 verschiedenen Orten in Deutschland die Biomasse von Insekten gewogen. Das Ergebnis ist erschreckend: Seit 1989 ist die Masse der Insekten um durchschnittlich 76 Prozent geschrumpft. Ob die intensive Landwirtschaft, durch den Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln, an dem dramatischen Rückgang schuld ist, konnte durch die Studie nicht abschließend geklärt werden. Die Wahrscheinlichkeit hierfür kann aber als hoch eingestuft werden, da über 90 Prozent der untersuchten Flächen von intensiver Landwirtschaft umgeben sind. Durch die Studie wurde wissenschaftlich belegt, was von vielen Forschern bereits seit längerer Zeit vermutet wurde. Es stellt sich also nicht mehr die Frage, ob unsere Insekten bedroht sind, sondern welche Maßnahmen getroffen werden können um den Insektenrückgang zu stoppen.

Posted on 20. Oktober 2017

Insekten gesucht

Vielen Menschen ist vielleicht bereits aufgefallen, dass nach Fahrten mit dem Auto deutlich weniger tote Insekten auf der Windschutzscheibe kleben als noch vor wenigen Jahrzehnten. Aus diesem Grund rufen Naturgucker und NABU zum Sommerinsekten-Monitoring auf. Ziel ist es, verlässliche Zahlen zum Insektenschwund zu gewinnen. Je mehr Menschen sich an dem Monitoring beteiligen, umso aussagekräftiger werden die Ergebnisse. Damit jeder sich beteiligen kann, wurden bekannte und leicht zu bestimmende Arten beziehungsweise Gattungen ausgewählt. Insgesamt werden elf Insekten und eine Spinne gesucht. Teilnehmer können auf Naturgucker.de Beobachtungen melden, Bilder hochladen und sich mit anderen Nutzern austauschen. Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, haben wir auch schon einige der gesuchten Insekten entdeckt!

Posted on 25. August 2017

Siebenpunkt-Marienkäfer

Ackerhummel

Dunkle Erdhummel

Neue Studien zeigen schädliche Wirkung von Neonicotinoiden

Insektizide, Pestizide, Insektenvernichtungsmittel – Wie auch immer sie genannt werden, schädlich sind sie immer. Besonders hervorzuheben sind die Neonicotinoid-Insektizide, auch Neonics genannt. Diese werden als Saatgutbeizmittel verwendet und verbreiten sich im Laufe des Wachstums in jeder Pflanzenzelle. Auch Pollen und Nektar sind dabei betroffen. Studien haben bewiesen, dass die Fruchtbarkeit männlicher Bienen durch die Neonics beeinträchtigt wird. Zudem fliegen Bienen bevorzugt mit Neonics behandelte Pflanzen an und erleiden durch den Kontakt psychische Schäden wie Orientierungsschwäche. Diese Ergebnisse wurden nun um eine Feldstudie erweitert. Verschiedene Bestäuberarten wurden in drei Ländern neben Feldern ausgesetzt, die mit Neonics behandelt wurden. Das Ergebnis: In Ungarn und Großbritannien sank die Überwinterungsfähigkeit der Bienen. In Deutschland wurde dieses Phänomen jedoch nicht beobachtet, was sich auf verschiedene Konzentrationen der Neonics auf den Feldern zurückführen lässt. Dennoch wurde in allen drei Ländern beobachtet, dass sich der Fortpflanzungserfolg der Bienen verschlechterte. Kritiker bewerten die Studie als problematisch, da die Parameter zu grob seien und die Menge an Neonics zu stark variiere. Als Folge der Studie wird ein Verbot aller Neonics in der EU gefordert, um Bestäuber aller Art vor deren Auswirkungen  zu schützen.

Posted on 13. Juli 2017

David gegen Goliath

In vielen afrikanischen und asiatischen Ländern zertrampeln Elefantenherden auf der Suche nach Wasser regelmäßig Felder, zerstören Ernten und gefährden damit die Existenz vieler Kleinbauern. Dieser Konflikt zwischen Mensch und Elefant endet nicht selten tödlich – sowohl für Elefanten als auch für Menschen. Das Team um die Biologin Dr. Lucy King setzt diesem Problem nun durch eine innovative Lösung ein Ende. In zwölf Ländern wurden rund um Felder von Kleinbauern Bienenkästen angebracht. Denn Elefanten haben Angst vor Bienen und reagieren mit fluchtartigem Verhalten, wenn sie die Insekten hören. Die Zerstörung der Felder konnte so in vielen Fällen verhindert werden. Zusätzlich können die Bauern Honig gewinnen und durch dessen Verkauf ein wenig mehr finanzielle Unabhängigkeit erlangen. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie Menschen und Bienen zusammenarbeiten können.

Posted on 12. Juli 2017