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Gefahren

Wie uns nicht nur unser eigenes Erleben, sondern auch immer mehr Studien vor Augen führen, sind unsere Bestäuber in immer höherem Maße gefährdet. Die Gründe dafür sind vielfältig und die Auswirkungen können verheerende Folgen haben.

Monokultur statt Vielfalt

Die intensive Bewirtschaftung hat unsere Landschaften verändert: statt vielfältiger Ökosysteme mit reichlich Nischen haben wir großflächige Monokulturen, welche die natürlich vorkommenden Pflanzen verdrängen und die Lebensräume zerschneiden. Hierdurch gehen Nistplätze und Nahrungsquellen für die Bestäuber verloren. Die Monokulturen können wie beim Raps den Eindruck des Überflusses erwecken. Und in der Tat finden Bienen und andere Bestäuber hier wertvollen Nektar in der Blütezeit. Doch leider sind diese Zeiten zu kurz und diese Flächen verwandeln sich nur allzu schnell in riesige Wüsten ohne jegliche Nahrung. Sogenannte Wanderimker müssen daher am Ende der Blütezeit ihre Honigbienen wieder von den Rapsfeldern in andere Gebiete transportieren, damit sie nicht mitten im Sommer verhungern.

Pflanzenschutz

Monokulturen sind im Gegensatz zu natürlichen, von Vielfalt geprägten Landschaften anfälliger für Schädlinge. Dies führt unweigerlich dazu, dass bei Befall oder sogar prophylaktisch Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Angesicht des herrschenden Zeit- und Preisdrucks in der globalisierten Landwirtschaft haben sich chemische Pflanzenschutzmittel in den letzten Jahrzehnten etabliert. Jedoch stellen auch sie eine Gefahr für die Gesundheit der Bestäuber und der Natur im Allgemeinen dar. Es häufen sich Berichte, dass nicht nur einzelne Insektizide im direkten Kontakt sehr toxisch für Bienen sind. Zudem stehen einige Wirkstoffe im Verdacht, verantwortlich für dauerhafte Gesundheitsschäden zu sein. Werden sie von Sammelbienen mit in den Stock gebracht, können sie z.B. Orientierung, Kommunikation, Fortpflanzung und Arbeitsleistung im Allgemeinen negativ beeinflussen, was sogar zum Kollaps von gesamten Bienenvölkern führen kann.

Umwelteinflüsse

Umweltverschmutzungen wie z.B. von Luft und Wasser haben einen zusätzlichen negativen Einfluss auf das ökologische Gleichgewicht. Aber auch Lichtemissionen in der Nacht können Insekten wie Motten zum Verhängnis werden, wenigstens jedoch ihren Biorhythmus stören.

Bei Honigbienen wurde eine hohe Sensibilität bezüglich Sonnenstrahlen bzw. -eruptionen beobachtet. Inwieweit Strahlung von Funkmasten diese Insekten und ihre wilden Cousinen beeinflussen, ist noch umstritten.

Klimaveränderungen

Klimaveränderungen sind ein weiteres Risiko für Bestäuber. Das Vorkommen von Pflanzen kann sich regional verlagern, sogar invasive Arten können hierbei heimische verdrängen, Blühzeiten können sich verändern. Hierdurch kann es zu unnatürlichen Trachtlücken kommen, in denen die Insekten keine oder nicht die geeignete Nahrung finden. Extreme Wetterphänomene wie z.B. Hitze-/Trockenperioden oder Unwetter wie Stürme und Hochwasser werden verstärkt mit der bereits stattfindenden Klimaerwärmung auftreten und stellen eine weitere Gefahr für Tier und Pflanzen dar.