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Im Hobbygarten

Es ist ganz einfach, etwas für den Schutz der Bestäuber und somit auch für den Erhalt unserer Natur zu tun. Um den heimischen Garten attraktiver für Mensch und vor allem für Tier zu machen, gibt es hier verschiedene Tipps.

Um den Garten bestäuberfreundlich zu gestalten, eignen sich zur Bepflanzung vor allem Sorten mit nektar- und pollenreichen Blüten. Achte bei der Auswahl insbesondere auf eine möglichst lückenlose Blütezeit deines Pflanzen-Ensembles, um den Insekten eine ganzjährige Nahrungsversorgung zu gewährleisten. Selbst an einem milden Dezembertag können Bienen so noch Pollen aus Christrosen sammeln. Ungefüllte Blüten eignen sich dafür am besten, da die hier enthaltenen Nahrung für die Bestäuber am besten erreichbar ist. Bunt gemischte Sorten von Blumen, Kräutern und Stauden gefallen den unterschiedlichen Bestäubern am besten – Vielfalt ist das A & O, denn Geschmäcker sind verschieden. Dabei liegt der Fokus auf heimischen Pflanzenarten, da diese die heimische Insektenwelt auch am meisten ansprechen. Listen mit bestäuberfreundlichen Pflanzen findest du hier.

Mach dir nicht zu viel Mühe!

Weniger ist oftmals mehr: Gerade die „wilden Ecken“ sind naturnahe und besonders spannende Lebensräume für viele Insekten. Um optimale Bedingen zu schaffen, benötigen Insekten nicht nur Futterquellen, die sie in Blüten finden, sondern auch Brutplätze. Gerade diese erscheinen uns Menschen nicht immer attraktiv: so profitieren Schmetterlinge beispielsweise von Brennnesseln. Naturgärten, in denen nicht nur akkurat Gepflanztes, sondern auch Wildpflanzen ihren Platz finden, sind hierbei optimal. Ein regelmäßig gemähter Rasen ist aus ökologischer Sicht daher weniger empfehlenswert – lass ihn doch einfach mal länger wachsen. Und auch bei blühenden Hecken, Büschen und Sträuchern kann man sich ruhig mit dem Rückschnitt Zeit lassen – um auch Vögel beim Brutgeschäft zu schonen, verzichte am besten zwischen März und August völlig hierauf.

Viele Bienen bauen auf Holz und Sand

Attraktive Nistplätze für Bestäuber sind aber nicht nur wilde Pflanzen und Gräser. Gerade Bienen bevorzugen je nach Art für ihre Eiablage Mauerritzen, morsches Holz oder Erdlöcher. Hier kann der Hobbygärtner gezielt eingreifen und diese benötigten Räume im Garten schaffen. Beachte hierbei, dass die Nistplätze möglichst nach Süden ausgerichtet und trocken gelegen sein sollten. Lass natürliches Totholz in einer wilden Ecke liegen oder baue aus unbehandeltem, gut abgelagertem Holz ein Insektenhotel. Dieses sollte mit tiefen, jedoch unterschiedlich breiten Bohrlöchern versehen und in einer Höhe von ein bis eineinhalb Metern angebracht werden. Durch den Einsatz  zusätzlicher Nistmaterialien, wie z.B. Strangfalzziegeln, leeren Schneckenhäusern oder Zapfen, wird möglichst vielen verschiedenen Arten Unterschlupf gewährt.

Attraktive Bienengärten bieten den erdliebenden Bestäubern wie Sandbienen und Hummeln auch schütter bewachsene Stellen, wo sie sich ungehindert eingraben können. Kleine besonnte Böschungen sind hierfür ideal. Bei allen Nistplätzen für Wildbienen – egal ob im Boden oder Holz – ist zu beachten, dass es ausreichend Nahrungsangebote in der Nähe geben sollte, da ihr Aktionsradius im Vergleich zu den Honigbienen wesentlich geringer ist.

Lebenselixier Wasser

Auch wenn wir Menschen darüber wenig nachdenken, aber auch Insekten benötigen Wasser – wenngleich natürlich viel weniger als wir. Neben der eigenen Versorgung brauchen Honigbienen das Wasser vor allem für die Herstellung des Futtersafts für ihre Larven und nutzen die Verdunstungstechnik zur Kühlung ihres Stocks an heißen Tagen. Gerade dann, wenn der Wasserbedarf am größten ist, ist das Angebot oftmals am geringsten. Daher profitieren die Insekten – ähnlich wie die Vögel – von Wasserstellen, die wir ihnen anbieten. Für die Bestäuber sollten diese Tränken mit Gräsern, kleinen Zweigen oder Steinen gefüllt sein, damit sie hierauf sitzend die Erfrischung aufnehmen können und nicht dabei ertrinken.

Nischen in allen Jahreszeiten schaffen

Entgegen der Meinung vieler Hobbygärtner sollte man im Winter nicht jegliches Laub und alle Pflanzen zurückschneiden und entsorgen, sondern diese als Unterschlupf für Insekten, Würmer, Igel, Kröten, Blindschleichen und andere Tiere belassen. Laub, Äste oder Mauerritzen bieten Schutzmöglichkeiten gegen die Kälte im Winter. Aber auch schon während des Sommers kann dieser Schutz wichtig sein – so nisten zum Beispiel auch Ackerhummel oberirdisch, aber mit von Gras und Blättern bedeckt.

Chemiefreiheit heißt Bestäuberschutz

Der Verzicht auf chemische Pestizide ist ein Muss für einen bienenfreundlichen Garten. Wenn du dich trotz großer Gelassenheit nicht mit jeder Wildpflanze arrangieren kannst, dann zupfe sie heraus. Fugen auf Auffahrt und Terrasse benötigen ebenfalls keine Mittel aus dem Giftschrank, sondern lassen sich mit Unkrautbrennern für mehrere Wochen frei halten. Tierische Störenfriede wie Raupen oder Läuse kann man oftmals manuell beseitigen oder man lässt ganz einfach Nützlinge die Arbeit machen! Marienkäferlarven beispielsweise vertilgen die verschiedensten Blattlausarten und halten so den Schädlingsbestand im Zaum. Auch durch Mischkulturen lassen sich Schädlinge abwehren. Neue Arten neben Gewächsen, die oft von Schädlingen befallen wurden, sorgen durch die Duft- und Bitterstoffe sowie Wurzelausscheidungen für Abhilfe gegen Läuse, Raupen, Fadenwürmer und Wühlmäuse. Zwiebeln, Lauch und Knoblauch können Erdbeeren und Möhren gegen Schädlingsbefall schützen. Der Kohlweißling wird durch den strengen Geruch der Tomate von seinem Ziel, dem Kohl, abgelenkt. Läuse auf Gartenrosen werden durch Beetnachbarn wie den Lavendel erfolgreich abgewehrt. So kann der Garten auf naturverträgliche Weise von Schädlingen befreit werden.