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Als Vermieter

Bestäuber brauchen nicht nur ein reichliches Buffet, sondern auch eine sichere Unterkunft.

Herbergen für die wilden Cousinen

Die wilden Cousinen der Honigbienen leisten als Bestäuber einen großen Beitrag zur Vielfalt in deinem Garten. Sie sind dabei um einiges friedlebender als ihre Verwandten – viele haben gar keinen Stachel. Also die perfekten Bewohner für Balkon und Garten. Erschaffe auch du ein neues Bienen-Heim!
Damit die kleinen Nektarsammler sich bei dir richtig wohlfühlen, gibt es, wie für jeden guten Hausbau, ein paar Voraussetzungen.

Die Bauregeln lauten wie folgt:
1. Es sollten Futterpflanzen in der Nähe sein, die zu dem Lebenszyklus der jeweilig geförderten Art passen.
2. Das richtige Baumaterial sollte verwendet werden wie z. B. Lehm, Erde oder Totholz.
3. Es muss auf einen günstigen Standort geachtet werden, der sonnig, trocken und südlich ausgerichtet ist.
4. Nisthilfen sollten fest verankert werden.
5. Man sollte Verletzungsmöglichkeiten der Bewohner vermeiden, indem z.B. Schnittkanten und Einflugslöcher glatt geschliffen werden.

Gasthäuser für weitere Helfer

Nicht nur die Bienchen brauchen ein Häuschen, auch weitere Nützlinge wie Marienkäfer und Schmetterlinge. Und auch diese helfen bei der Gestaltung deines Gartenparadieses. Marienkäfer sind zum Beispiel Pflanzenschützer, indem sie sich von Läusen ernähren und die Pflanzen somit davon befreien. Schmetterlinge sind wie auch Bienen Bestäuber und helfen deinen Pflanzen bei der Vermehrung. Also erschaffe auch für sie ein neues Zuhause!

Hinweise zu deinem Baumaterial

Holz

  • abgelagert und unbehandelt
  • vorzugsweise Laubholz
  • Bohrungen in Längsholz mit 1 – 2 cm Abstand zueinander
  • Bohrunglöcher sind optimalerweise zwischen 3 und 9 mm breit
  • die Tiefe der Bohrungen sollen 10 x so groß wie die Breite des Lochs

Erde

  • trocken und sandig
  • locker bewachsen

Hohlstängel wie Bambus und Reet

  • benutze intakte Stängel
  • Reet mit einer Gartenschere schneiden, Bambus mit einer feinen Säge
  • Bei den Verdickungen der Stängel sollte jedes Stück enden, da diese dann direkt am Ende verschlossen sind.
  • Tipp: Falls das Stück nicht verschlossen ist, können Watte und Lehm oder auch eine Holzplatte helfen.

Totholz

  • sonnig und trocken gelagert
  • senkrecht anbieten

Bauanleitungen für Unterkünfte

Wir haben im folgenden einige Bauanleitungen zusammengestellt, die als unterschiedliche Bestäuber- und Nützlingsunterkünfte geeignet sind:

  1. das klassische Hotel für die Wildbiene
  2. die königliche Residenz für die Hummel
  3. das kleine Sandarium für den Buddler
  4. die einfache Lösung für stängelliebende Selbstbauer
  5. das Quartier für den Schmetterling
  6. die Herberge für den Marienkäfer

Nisthilfenpflege

Im Schnitt halten Nisthilfen drei bis vier Jahre und sollten dann erneuert werden, damit sich die nächsten Bewohner wieder rundum wohl fühlen können. Einmal im Jahr solltest du deine Nisthilfe allerdings durchsehen und pflegen, wodurch du den Erhalt deiner Nisthilfe verlängern kannst. Denn durch Vögel und das Wetter können Schäden entstehen, die das Wohnen unmöglich für die kleinen Bestäuber und Nützlinge machen. Im folgenden haben wir für verschiedene Nisthilfen Pflegetipps:

Holznisthilfen

  • Bei zerbrochenen oder nicht vollständig verschlossenen Nestabschlüssen sollte das Holzstück erneuert werden oder mit einem Schraubenzieher gesäubert werden.
  • Wenn die meisten Verschlüsse intakt sind, braucht nichts unternommen zu werden.

Stängelnisthilfen

  • Harte Stängel (beispielsweise Bambus) sollten mit einem Schraubenzieher gesäubert werden.
  • Weiche Stängel sollten erneuert werden, wenn sie anfangen zu zerfasern.

Lehmnisthilfen

  • Herausgebrochenes kann durch eine Maurerkelle wieder hinzugefügt werden.
  • haben die längste Erhaltungsdauer